GYNÄKOMASTIE


Die Gynäkomastie ist eine gutartige Vergrößerung der männlichen Brustdrüse, die insbesondere bei jungen Patienten nach Abschluss der Pubertät auftreten kann. Im Alter ist durch den hormonellen Rückgang der Testosteronproduktion und Verschiebung des Östrogen-/Testosteronverhältnisses zu Gunsten des Östrogens eine weitere Häufung der Gynäkomastie zu beobachten. Die Gynäkomastie kann aber auch eine Nebenwirkung bestimmter Medikamente sein oder bei Lebererkrankungen oder hormonbildenden Tumoren auftreten. In seltenen Fällen kann aber auch ein bösartiger Tumor der männlichen Brustdrüse vorliegen.

Histologisch wird unterschieden zwischen einer echten Gynäkomastie (Gynaecomastia vera), bei der es zu einer Vergrößerung des Drüsengewebes kommt und einer Pseudogynäkomastie, die durch eine Fettgewebsvermehrung im Bereich der Brust entsteht. Aufschluss über die Form der vorliegenden Vergrößerung bringt eine Ultraschalluntersuchung.

Das Standardverfahren zur operativen Behandlung der Gynäkomastie stellt die subkutane Mastektomie dar. Bei Befunden mit ausgeprägtem Hautüberschuss kommen Kombinationstechniken wie z.B. periareoläre Straffung und Mammareduktionsplastik zur Anwendung. Bei der Pseudogynäkomastie kann manchmal auch durch die alleinige Liposuktion (Fettabsaugung) ein gutes Ergebnis erzielt werden.

Welche Methode bei Ihnen am besten geeignet ist, muss in einem persönlichen Gespräch analysiert und erörtert werden.

Dr. Reinhard Pauzenberger
Facharzt für Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie
Oberarzt am Wiener AKH